Bergbaugeschichte
Nach der Einigung zwischen Salzburg und Tirol über die
Gewinnverteilung begann der Eisenerzbergbau um die Mitte des 16.
Jahrhunderts, - der Bergrichtersitz war Fügen.
Die Eisenerzvorkommen im Zillertal waren durch den gestiegenen
Eisenbedarf der großen Silber- und Kupferbergwerksbetriebe in Schwaz und
Kitzbühel wichtig geworden.
Zwischen 1562 und 1760 gab es neun Stollen an
der SO-Flanke des Bergrückens Grätzenkopf und Samjoch (Öxeltal) -
weitere Eisenerzabbaue auch auf der Schwazerseite (Schwader Eisenstein).
1860 Beginn der Kupfer-Silbergewinnung neben Eisenerz im Öxeltal.

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Der Abtransport des Eisenerzes erfolgte nach Zerkleinerung in einem
Pochwerk in Ledersäcken von 60-80 kg mit Saumpferden und Karren über das
Samjoch-Ulpenalpe-Knappenweg zur Arzjoch-Kapelle (Erzjoch). Der weitere
Transport ins Tal erfolgte nur im Winter mittels Sackzug (große Säcke
aus Schweinshaut, Gesamtgewicht 600-700 kg) auf dem Sackziehersteig über
die Wildaualm nach Pankratzberg und durch die Karrengasse nach Kleinboden
zur Eisenhütte.
Die leeren Säcke wurden von großen Hunden wieder den Berg
hinaufgetragen. Die Produktion an Eisenerz betrug jährlich zwischen 200
und 5000 Tonnen, der Personalstand bis 500 Mann (Hütte und Bergbau).
Die Belegschaft bestand aus Bergknappen, Samern, Karrnern,
Holzknechten, Hüttenleuten, Köhlern, Schmieden, Schmelzern und
Verwaltungsbeamten.
1562 Gründung
des Eisenhüttenwerkes in Kleinboden (durch
die Adelsfamilie Keutschach) Der Bau
der Schmelzhütte (Hochofen) mit der gleichzeitigen Errichtung einer
Köhlerei für die Herstellung der erforderlichen Holzkohle - Holz aus dem
Finsing und Märzengrund - Erbauung des wasserbetriebenen Hammerwerkes, in
dem das Eisen zu Halbfertigprodukten verarbeitet wurde. Durch den weiteren
Ausbau des Eisen-Hüttenwerkes stieg der Holzverbrauch an und es wurde
eine neue Köhlerei in der Kohlstatt (Helfenstein) errichtet (rund 50
Meiler).
1664
Monopolisierung des Eisenhandels in Tirol und Errichtung eines
zweiten Hochofens und drei Hammerwerken in Kleinboden, Jahresausstoß bis
5000 Zentner Eisen und Stahl.
Bis 1686
wurden aus Kleinbodner Eisen Sensen, Hacken und Messer, Waffen usw.
erzeugt. Der Zillertaler Eisenhandel erlebte seine Hochblüte. Mehrere
Ereignisse, wie Einfuhr von besserem Eisen aus Leoben, die
Kontingentierung des Holzverbrauchs im Zillertal - Steinkohle mußte aus
Häring b. Kufstein mit Flößen auf Inn und Ziller hergeschafft werden,
führten in der Folge zum Rückgang des Betriebes. Zwei Hochöfen wurden
nach Jenbach verlegt.
1700
war nur mehr ein Hochofen in Betrieb. Kapitalschwäche der Eigentümer
führte 1895 zum entgültigen ENDE der Eisenproduktion im Zillertal/Kleinboden.
1904
wurde ein Teil des Hammerwerkes in ein Elektrizitätswerk umgebaut.
| Jedes Stück Eisen aus
dem Kleinbodener Betrieben wurde mit der Rübe,
die sich im Wappen der Keutschacher und dem Wappen von Fügen findet
markiert. |

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